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Neun Monate lang haben sich Schülerinnen und Schüler der Klasse 2HH 05/07 des Schulzentrums Walliser Straße in Bremen mit dem Thema Homosexualität und Homophobie an der eigenen Schule und in der Gesellschaft auseinandergesetzt. Die Ergebnisse dieses Projektes unter Anleitung des Politiklehrers Hans-Wolfram Stein sind jetzt in der Broschüre "Das Recht anders zu sein gilt auch für Homosexuelle" zusammengefasst.
Homofeindliche Sprüche sind in der Schule durchaus alltäglich. Davon ausgehend, hatte die Klasse eine Umfrage an ihrer und der Gesamtschule Ost durchgeführt. Dazu wurden 968 Schülerinnen und Schüler und 91 Lehrerinnen und Lehrer befragt. Gleichzeitig haben sich die Projektteilnehmer mit verschiedenen historischen und gesellschaftlichen Bereichen zum Thema Homosexualität beschäftigt. Im Fazit stellt die Klasse fest, dass Homophobie in allen Teilen der Gesellschaft stattfindet. Ihre Umfrageergebnisse zeigen, dass die Religion einen starken Einfluss auf die Homophobie der Menschen hat und sehr starke Abneigung gegen Homosexualität vor allem bei männlichen Jugendlichen, Muslimen und Migranten vorhanden ist. Andererseits ist die Mehrheit der Befragten der Meinung, dass alle etwas gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben tun sollten. Ihr Argument ist, dass jeder das Recht hat, anders zu sein. Auf ihrem Wunschzettel steht, dass Menschen bei homophoben Äußerungen den Mund aufmachen und gegen Diskriminierung kämpfen sowie, dass mehr Aufklärung an den Schulen stattfindet.
Lehrer Hans-Wolfram Stein: "Ich bin mit dem Verlauf und Ergebnis sehr zufrieden. Die eigene Untersuchung ermöglichte den Schülerinnen und Schülern die öffentliche Wahrnehmung und Diskussion der stark homophoben Einstellungen an unserer Schule und in unserer Gesellschaft."
Ergebnisse hatten die Beteiligten als Ausstellung während der "Nacht der Jugend" am 10. November 2008 im Bremer Rathaus präsentiert. Bürgermeister Jens Böhrnsen erklärt dazu: "Ich bin ausgesprochen beeindruckt von dem Schulprojekt. Es zeigt, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema Homophobie demokratische Lernprozesse fördert, was uns zum Nachdenken und Handeln auffordert." Viele Medien hatten seinerzeit über dieses Projekt berichtet, überregionale Zeitungen und Wissenschaftler wurden aufmerksam. Zudem wurden die Ergebnisse auf einem Kongress gegen Homophobie im Bundestag in Berlin vorgestellt. 2009 wurde das Projekt Preisträger beim Bundeswettbewerb "Demokratisch Handeln".
Projekt hat die Schülerinnen und Schüler in ihrem demokratischen Handeln gestärkt. Ihr Ergebnis soll als Material für die Aufklärungsarbeit verwendet werden. Bernd Thiede, Mitarbeiter im Rat & Tat Zentrum für Schwule und Lesben, hat dieses Projekt begleitet und sagt: "Diese Broschüre wird einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung über Homosexualität und Antidiskriminierung von Lesben, Schwulen und Bisexuellen in der Schule und in der Jugendarbeit leisten."
Das Zentrum freut sich, der Herausgeber dieser Broschüre zu sein. Die Finanzierung wurde ermöglicht durch folgende Gruppen, Parteien und Unternehmen: Bündnis 90/Die Grünen, Da capo al dente (lesbisch-schwuler Chor), FDP, Ikea Brinkum, Rat & Tat Zentrum für Schwule und Lesben e. V., Kay Schneider, Senatorin für Bildung und Wissenschaft, SPD, Stand Up - Kultur- und Kommunikationsverein für Schwule und Lesben in Bremen e. V., Hans-Wolfram Stein, Völklinger Kreis e. V., Wärmer Bremen (lesbisch-schwuler Sportverein) e. V.
Die Broschüre kann ab sofort über das Rat & Tat Zentrum, Theodor-Körner-Str. 1, 28203 Bremen, Tel. 0421-700007, zentrum@ratundtat-bremen.de bezogen werden. Für den Versand wird ein Betrag von EUR 5,00 erhoben.
 Pressekonferenz zur Vorstellung der Broschüre "Das Recht anders zu sein" am 17.03.2009 im Rathaus Bremen. (Foto:Gnuschke/Kreiszeitung)
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