Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in Schulklassen und Jugendarbeit


Vielfalt von Lebensweisen

Zwischen fünf und zehn Prozent der Bevölkerung lebt lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter* oder queer (lsbtiq*). In jeder Klasse, jeder Jugendgruppe, jedem Uniseminar gibt es also statistisch gesehen mindestens eine Person, die sich einer der genannten Gruppen zuordnet.
 
Trotz dieser Tatsache sind die Lebensweisen von lsbtiq Jugendlichen nicht sichtbar, ihre Wünsche und Sorgen sind unbekannt und »schwul« ist das am häufigsten verwendete Schimpfwort. Studien zeigen, dass 45 bis 80 Prozent dieser Jugendlichen Mobbing aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität in der Schule erleben.

Folgen dieser gesellschaftlichen Ausgrenzung sind zum Beispiel Leistungsabfall, Schulabbruch und ein deutlich erhöhtes Suizidrisiko.

Gesetzliche Grundlagen in Bremen

Die bremische Landesverfassung benennt es deutlich: »­Niemand darf wegen […] seiner sexuellen Identität bevorzugt oder benachteiligt werden« (§ 2,2). Für die ­Schulen ­existiert seit 2013 die Verfügung Nr. 59, in der unter ­anderem festgelegt ist, dass sexuelle Orientierung und geschlecht­liche Vielfalt Bestandteil der fächerüber­greifenden Sexualerziehung sein müssen. Wir bieten Ihnen als Lehrkraft oder Sozialpädagog_in pro­fessionelle Unterstützung, um mit Jugendlichen über vielfältige Lebensformen ins Gespräch zu kommen.


In unseren Veranstaltungen …

  fördern wir ein Zusammenleben, in dem Vielfalt als Bereicherung und nicht als Bedrohung begriffen wird und ­Menschen ohne Angst verschieden sein können.

  vermitteln wir Expert_innenwissen über sonst häufig tabuisierte Themen in einem geschützten Rahmen.

  informieren wir über Lebensweisen von Lesben, ­Schwulen, Bisexuellen und Menschen, die sich als trans* oder inter* definieren.

  machen wir Vielfalt lebendig und erfahrbar und leisten damit einen Beitrag zur Gewaltprävention.

  thematisieren wir abwertende Äußerungen und andere Diskriminierung aufgrund vermuteter oder tatsächlicher sexueller Orientierung.

  bieten wir Raum für emotionale und rationale Aus­einandersetzung mit Klischees und Vorurteilen.

  stärken wir Jugendliche in einer selbstbestimmten Entwicklung von Geschlecht und Sexualität, die ohne Abwertung von anderen Lebensweisen auskommt.



So arbeiten wir

Seit Ende der 80er Jahre arbeiten wir mit Bremer Schulen zusammen. Unsere Veranstaltungen werden von hauptamtlichen Expert_innen und Freiwilligen des RAT&TAT-Zentrums geleitet, die sich selbst als lesbisch, schwul, bi, trans* oder queer definieren. Die Freiwilligen durchlaufen eine projektinterne Qualifizierung. Für unsere Arbeit nutzen wir ­Elemente aus der Antidiskriminierungsarbeit, der Sexualpädagogik, der Gewaltprävention und der politischen Bildung.

WEITERE ANGEBOTE

 

Medienkoffer

Im Auftrag der Senatorin haben wir Bücher, Handreichungen und Fachbücher zusammengestellt, die für inklusive und vielfältige pädagogische Praxis in Schule und der Jugendarbeit hilfreich sind.

Eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Bücher und Erläuterungen zu den Medienkoffern können als PDF abgerufen werden.

Die Medienkoffer sind in der Beratungsstelle und an weiteren Standorten in Bremen und Bremerhaven ausleihbar (siehe unten).

zu den Medienkoffern

Queere Jugend im Rat&Tat

Das Rat&Tat-Zentrum bietet als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe auch eine angeleitete Jugendgruppe freitags von 17:30 Uhr bis 19:30 Uhr an.


Queere Jugend

 

Unser Angebot

Unser Angebot richtet sich an alle Klassen ab der Jahrgangsstufe 7 im Bundesland Bremen. Wir planen unsere Veranstaltungen nach Ihrem Bedarf – von der Doppelstunde bis zu Projekttagen.

Sie können bei uns auch Fortbildungen für Lehrer_innen, Student_innen, Erzieher_innen oder andere Multi­plikator_innen aus der Sozialen Arbeit buchen.

Sprechen Sie uns an

So kommt unser Angebot an Ihre Schule: In einem telefonischen Vorgespräch können Sie Ihre Fragen bezüglich Vorbereitung und Durchführung mit uns klären und einen Termin vereinbaren.

Rat&Tat-Zentrum
Schulaufklärung
Theodor-Körner-Straße 1
28203 Bremen

Telefon (04 21) 70 41 70
E-Mail schreiben

Voll normal!


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